RdF-Rechtsprechungsreport: Steuerfreie Veräußerungsgewinne aus Aktien gem. § 8b KStG in der aktuellen BFH-Rechtsprechung

April 01, 2015
Die konkrete Anwendung der Steuerbefreiungsvorschriften des § 8b KStG ist, obwohl diese schon seit mehr als zehn Jahren gelten, in der Besteuerungspraxis in vielen Punkten nach wie vor umstritten. Der BFH hat in jüngerer Zeit einige Streitfragen im Zusammenhang mit der Ermittlung steuerfreier Veräußerungsgewinne aus Anteilen an Kapitalgesellschaften entschieden. So gelten vereinnahmte Stillhalterprämien aus geschriebenen Aktienoptionen nicht als Teil des Veräußerungspreises der zugrunde liegenden Aktien und erhöhen bei physischer Erfüllung auch nicht das Veräußerungsergebnis. Zudem ist der Begriff der Veräußerungskosten i. S. e. wirtschaftlichen Veranlassung eher weit auszulegen. Das Veräußerungsergebnis aus Aktien ist zeitpunktbezogen zu ermitteln, so dass nachträglich eintretende Kaufpreisänderungen oder später anfallende Veräußerungskosten auf den Veräußerungszeitpunkt zurückzubeziehen sind. Im nachfolgenden Beitrag werden die Praxisfolgen aus den wichtigsten Entscheidungen aufgezeigt.